111 – Übern Berg

Bis 20. Oktober jeweils Mi, Do, Fr, Sa • 20.30 Uhr

18. Oktober keine Vorstellung

 

 

URAUFFÜHRUNG

 

 

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111 – ÜBERN BERG

Alpentrekking mit Beethoven
 

Buch Detlef Vetten
Konzept und musikalische Bearbeitung Fabian Dobler
Regie Peter Simon

Uraufführung in der Basilika des Theaters „Die Färbe“
als Teil des Kulturschwerpunktes „Singen im Takt“ am 22.09.2018

Schauspieler: Milena Weber, Alexander Klages, Elmar F. Kühling 
Musiker: Antje Steen, Fabian Dobler

Detlef Vetten, Jahrgang 1956, war unter Anderem Sportchef des »Stern«, Chef bei "Horizont" und Leiter des Lokalressorts der »Münchner Abendzeitung«. Als Autor wurde er mehrfach mit Preisen des Verbandes Deutscher Sportjournalisten (VDS) ausgezeichnet. Die autorisierte Biografie von Henry Maske stammt ebenso aus seiner Feder wie der 2011 erschienene Bestseller »50 Tage lebenslänglich«. Danach arbeitete Vetten als Chefreporter der Nachrichtenagentur dapd und als Chef des Opernmagazins "Orpheus", schließlich sattelte er endgültig ins Buchgeschäft um. 2018 erschienen: 200-Seiten-Bände über die Olympischen Winterspiele und die Fußball-WM, die Biographie des Fußballtrainers Jupp Heynckes, der Roman "Häutungen". Nun: "Übern Berg" - worauf Vetten besonders stolz ist.

Eine Nachtwanderung über den Brenner, ein 65 km langer Gewaltmarsch an die Grenze der eigenen Leistungsfähigkeit durch Schnee, Eis und Polizeikontrollen. In der Einsamkeit der Nacht wird der leichtsinnige Selbsterfahrungstrip zum Gang durch die Jahrhunderte in einer Region, die immer schon Grenze war. Der Brenner war das Tor ins gelobte Land der Klassik (Goethes „Land wo die Zitronen blühen“) und ist heute die offene Wunde Europas, an der sich entscheidet ob die Ideale der Klassik und Aufklärung Bestand haben. So beschäftigt sich Detlef Vetten in zum Teil witzigen Geschichten, die ihm bei seinem Trekking-Abenteuer begegnen, unwillkürlich mit den zentralen Fragen des Menschseins - dem Individuum, der Selbstbestimmung, Leben und Tod.

Und trifft die Gedankenwelt und den Humor Beethovens. Genauer: die „Op. 111“, Beethovens letzte Klaviersonate - jene Sphinx, mit der sich der todkranke Komponist von seinem Instrument und auch von seiner Epoche mit wissendem Lächeln verabschiedete. Eng verwoben mit Vettens Theatertext denkt eine dekonstruierte und in der klanglichen Dualität Klavier-Akkordeon neu aufgebaute Version des rätselhaften Werkes die Worte mit und zeigt sich emotional, amüsant, wild - und ganz einfach zu verstehen. Beethovens musikalische Gedanken werden nachvollziehbar durch die Bezüge zum jeweiligen Text. „Übern Berg“ verbindet Theater und Musik tatsächlich auf eine neue Art.

In der Basilika präsentieren nun drei Schauspieler und zwei Musiker dieses musikalische Schauspiel mit viel Witz, Ironie und Faszination am gegenseitigen Dialog - und einer spannenden Geschichte voll ungeheurer atmosphärischer Dichte.
Die Vorstellungen finden bis einschließlich 20. Oktober jeweils am Mittwoch, Donnerstag, Freitag und Samstag um 20.30 Uhr statt. Am 18. Oktober ist keine Vorstellung: da feiert das Theater „Die Färbe“ sein 40jähriges Jubiläum. Einlaß, Ausschank und Öffnung der Abendkasse ist in der Basilika jeweils eine Stunde vor Vorstellungsbeginn. Kartenreservierung unter: (07731) 64646 + 62663,
diefaerbe@t-online.de.


PRESSE:

„Was ist das? Oper? Theater mit Musik? Beethoven-Interpretation mit eingebundenem Text? Im Singener Theater Die Färbe erlebt das Publikum im ungewöhnlichen Ambiente der Basilika das besondere Zusammenwirken von Wort und Musik.“
SCHWÄBISCHE ZEITUNG, 24. September 2017

„Auch im Jahr seines 40. Bestehens ist das Theater ‚Die Färbe‘ in Singen immer noch für Überraschungen gut. Bekannt als ein Theater, das unterhalten und sein Publikum erreichen will, ist nun eine Uraufführung zu erleben, die Zeichen setzt … Ja, so kann‘s gehen. Gratulation.“
SÜDKURIER, Kultur, 25. September 2017

„Im Rahmen des Kulturschwerpunktes ‚Singen im Takt‘ hat sich Fabian Dobler Beethovens letzte Klaviersonate (op. 111) vorgenommen … In der Basilika war Uraufführung der musikalischen Erzählung rund um Beethovens Werk und Detlef Vettens Text, den Regisseur Peter Simon zur Metapher einer Gesellschaft macht.“
SÜDKURIER Singen, 25. September 2017

 

„Wahrlich: ein wirklich sehens- und hörenswerts einzigartiges Experiment von Musik und Worten, passend zum 40jährigen Bestehen des Theaters.“
SCHAFFHAUSER NACHRICHTEN, 26. September 2017

„Einen großartigen Spielzeitauftakt hatte die Färbe in ihrem Jubiläumsjahr mit der Premiere von »111 – Übern Berg«. Denn mit dem Musiktheater, das durch die Kooperation von Starautor Detlef Vetten mit dem in Singen geborenen Komponist Fabian Dobler unter der Regie von Peter Simon zur Uraufführung kam, macht sich das Ensemble mit Milena Weber, Alexander Klages und Elmar F. Kühling auf den Weg über den Brenner. Dies allerdings virtuell, denn das Schauspieler-Trio bewegt sich das ganze Stück über nicht von seinen Stühlen. Die Reise wird zum Abenteuer in den Köpfen der Besucher.
Der Brenner, der wohl meistgenutzte Alpenpass an der Grenze zwischen Österreich und Italien, hinein ins Land »Wo die Zitronen blüh’n«, wie Goethe gern zitiert wird, bietet viele Mythen und Geschichten. Die Besucher der Färbe werden auf eine Nachtwanderung mitgenommen - von Nord nach Süd … Ein wirkliches Abenteuer im Kopf ist dieses »111 – Übern Berg«, das sehr effektvoll in den Zweiklang von Klavier (Fabian Dobler) und Akkordeon (Antje Steen) eingewebt wird. Beethovens Klaviersonate 32, op. 111, liefert die Vorlage für die klangliche Reise, mit der der zu dem Zeitpunkt schon taube Komponist sozusagen seine letzte große Reise angetreten hat … Ein Meisterwerk ist es geworden. Auch weil sich Theater damit neu erfindet, indem es musikalisch wird und indem die Weite der Klänge in der Basilika ihren neuen Rahmen finden kann.“
WOCHENBLATT SINGEN, 26. September 2017

Einlaß ist in der Basilika jeweils ab 19.30 Uhr. Karten können ab 1. September unter (07731) 64646 reserviert werden, die Abendkasse und der Ausschank öffnen in der Basilika jeweils um 19.30 Uhr.